Die Schutzkleidung der Feuerwehr

Wie auch alle anderen Feuerwehren in Deutschland hat auch die Feuerwehr Nauheim verschiedene Schutzkleidungen für die verschiedensten Einsatzfälle. Dies beginnt bei der Nomex Überbekleidung für den Brandeinsatz und hört auf bei der speziellen Ausrüstung für Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen.  Auf den folgenden Seiten können Sie sich einen kleinen Überblick über die einzelnen Schutzkleidungen verschaffen.

Gruppenbild mit den verschiedenen Schutzkleidungen
Gruppenbild mit den verschiedenen Schutzkleidungen │ © Feuerwehr Nauheim

Die Brandschutzüberbekleidung

Feuerwehrschutzanzug Feuerwehrschutzanzug Feuerwehrschutzanzug FeuerwehrschutzanzugDie Überbekleidung nach HuPF (Herstellungs- und Prüfungsbeschreibung für eine universelle Feuerwehrschutzkleidung) Nomex ist die Standard-Schutzkleidung der Feuerwehren. Der Anzug schützt die Einsatzkraft vor Hitze, mechanischen Verletzungen und durch die Imprägnierung der Oberfläche auch kurzzeitig vor Nässe.

Zusätzlich zu dem Schutzanzug trägt die Einsatzkraft noch den Feuerwehrschutzstiefel mit Stahlkappe, Durchtritts- und Umknickschutz, Nomex-Schutzhandschuhe, den Feuerwehr-Haltegurt mit Beil, Feuerwehrhelm mit Visier und Nackenleder sowie unter Umständen einsatzabhängige Sonderausrüstung.

tl_files/Einsatzabteilung/Technik/Schutzkleidung/A-Trupp07.jpgAuf den Fotos tragen die Einsatzkräfte zusätzlich ein umluftunabhängiges Atemschutzgerät mit einer Atemschutzmaske zum Schutz vor Atemgiften.

Wenn ein Trupp in den Brandeinsatz geht, hat er ein vielfaches an Ausrüstung bei sich. Neben den Atemschutzgeräten hat der erste Trupp auch immer eine Axt, eine Handlampe, zwei Brandfluchthauben und ein Tragetuch dabei.

Durch den Trupp wird vor dem Brandobjekt der Verteiler gesetzt und genügend Schlauchmaterial in einem Schlauchtragekorb mitgeführt.

Schutzkleidung für die Technische Hilfeleistung

Ein Feuerwehrmann schützt sich mit seiner persönlichen Schutzausrüstung (PSA) vor den äußeren Gefahren einer Einsatzstelle. In jedem Einsatz trägt er einen "Grundschutz". Dazu gehören: Feuerwehr-Schutzanzug, der Feuerwehrhelm mit Nackenschutz, die Feuerwehr-Schutzhandschuhe und die Feuerwehrstiefel

Aufbau und Ausstattung bleiben den einzelnen Herstellern überlassen. Die Schutzwirkung der einzelnen Teile müssen jedoch der EU-Norm entsprechen. Nicht genormt ist dabei die Farbe, wie fälschlicherweise oft angenommen wird. In Deutschland wird üblicherweise Schutzausrüstung nach HuPF (Herstellungs- und Prüfrichtlinie von Feuerwehrschutzkleidung) und nach DIN EN 471 getragen.

Die hier abgebildete Kleidung nach HuPF 2/3 wird in der Regel bei technischen Hilfeleistungen getragen.

<span>Die „leichte Arbeitskleidung“ nach HuPF 2/3 mit Feuerwehr-Sicherheitsgurt…</span> <span>…hier im Einsatz beim Anlegen einer Cervical-Stütze (Halskrause) nach Verkehrsunfall.</span></span><span> <span>…hier links im Einsatz mit dem Absturzsicherungssatz (z.B. für Arbeiten auf Dächern).</span></span><span>

Schnittschutzkleidung für Arbeiten mit der Motorkettensäge

Das Bild zeigt einen unserer Kameraden in einer Schnittschutzhose der Firma STIHL. Die Schnittschutzhose entspricht der EN 381 und besteht aus 70% Polyester und 30% Baumwolle. Sie ist zugelassen gemäß EN-381-5.

Neben der Schnittschutzhose wird immer auch ein Forstschutzhelm getragen. Dieser verfügt über einen Gehörschutz und ein spezielles Visier als Augenschutz.

Hitzeschutzkleidung Typ I & II

Bei der Hitzeschutzkleidung wird zwischen einem Typ I und einem Typ II unterschieden. Während der Typ I nur ein Überwurf-Poncho ist, besteht der Typ II aus einem kompletten Anzug. Der leichte Hitzeschutzponcho (Typ I) ist vom Material her wie der Schwere aufgebaut, jedoch werden hier nur der Oberkörper und die Hände geschützt.

Er wird bei Bränden eingesetzt werden wo die normale Einsatzkleidung einen noch ausreichenden Schutz bietet, jedoch für Kopf, Hals und Hände eine Verletzungsgefahr durch Strahlungswärme besteht. Der Hitzeschutzanzug schwer (Typ II), dient in Verbindung mit dem umluftunabhängigen Atemschutzgerät als Schutzbekleidung gegen Strahlungswärme, Stichflammen und kurzzeitig auch gegen leckende Flammen.

Er besteht aus zwei Anzugteilen, einer Latzhose und einem Oberteile mit integrierter Kapuze, Überziehstiefeln und Hitzeschutzhandschuhen. Alle Anzugteile bestehen aus einer reflektierenden und wärmefesten, asbestfreien Außenhaut und einer entsprechenden wärme absorbierenden Polsterung. Trotzdem steigt bei Einsätzen die Temperatur im inneren des Anzugs stetig an. Daher ist die Einsatzdauer in diesem Anzug stark begrenzt, um den Feuerwehrkameraden nicht zu stark zu belasten.

Chemiekalienschutzanzug